Kultur

Kolumne / Veränderungen

Veränderungen sind wichtig. Veränderungen sind notwendig. Ja, ohne Veränderungen wäre das Leben nicht das, was es ist. Und doch sind Veränderungen oft schwer zu ertragen.

Oftmals ist es so, dass, wenn man Veränderungen auf sich zukommen sieht, und ich möchte hier das Kind deutlich beim Namen nennen, man es mit der Angst zu tun bekommt. So ergeht es mir auf jeden Fall häufig. Und dabei mache ich im Grunde keinen Unterschied zwischen guter oder schlechter Veränderung, denn zum Zeitpunkt des Geschehens kann man das nur sehr selten absehen. Angst ist ein wirklich unschönes Gefühl. Angst lässt einen erstarren. Angst raubt einem den klaren Verstand und man beginnt, unüberlegte Dinge zu tun. Angst fühlt sich erst dann wieder gut an, wenn man sie überstanden hat. Und dann ist sie keine mehr.

Schlimme Veränderungen sind (für mich) vor allem, wenn Freundschaften in die Brüche gehen. Letztens habe ich gelesen, eine Freundschaft sei wie ein Liebe. Sie kann zu Ende gehen. Ich dachte gleich, dass ich das so nicht unterschreiben würde. Freundschaft ist doch das, was am Ende bleibt!? Das haben wir schon bei Sex and the City gelernt. Und auch in vielen platten wie vorhersehbaren (Frauen)Filmen ist genau das der Plot. Ein Mädel verknallt sich Hals über Kopf in den falschen Typen, was sie natürlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß. Merkt aber dann im Laufe der Zeit, dass es in die Hose geht und kann am Ende nur mit der Hilfe ihre besten Freundin darüber hinweg kommen. Dumm schaut bei dieser Gleichung nur der aus der Wäsche, der keine hat.

Als ich dann aber anfing, mehr über das Liebe = Freundschafts-Ding nachzudenke, fielen mir (leider) immer mehr Beispiele ein, die diese Art „Faustregel“ zu bestärken schienen. Und mir wird klar, dass ich sie nicht unterschreiben möchte. Lieben zerbrechen, gehen auseinander oder verloren, das weiß jedes Kind. Freundinnen bleiben für immer. Diese, die Dir bei Liebeskummer Tee kochen oder mit einer Flasche Wodka vorbei kommen und Dir im Anschluss die Haar beim Kotzen halten. Und genau das wollte ich immer glauben.

Wie passiert es, dass Freundschaften kaputt gehen? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Aber es passiert. Bei einer misslungenen Partnerschaft gibt es immerhin den Moment des Schlussmachens. So funktioniert es bei Freundschaften in der Regel eher nicht. Oft ist es ein schleichender Prozess, bei dem man ganz allmählich und sachte auseinander drifftet. Und am Ende hat man sich nicht mehr viel zu sagen. Oder der Gram dem anderen gegenüber hat sich innerlich so verhärtet, dass es schwer bis unmöglich ist, von seiner Postion abzurücken.

Veränderungen passieren. Oft, ohne dass wir sie wollen oder gar aufhalten können.

Es mag hart und abgeklärt klingen, aber es ist wohl wahrscheinlicher, eine neue Partnerschaft als eine neue beste Freundin zu finden. Mit der einen eben alles verbindet, auch die vielen gemeinsamen Jahre, vielleicht sogar Kinderjahre. Das lässt sich nicht einfach so nachholen.

Was ich für mich entschieden habe, ist, dass es sinnlos ist, sich auf ewig Vorwürfe zu machen. Sicher, man hat seine eigenen Fehler gemacht, die man sich eingestehen sollte. Denn auch hier, wie in der Liebe, gehören immer zwei dazu. Aber irgendwann ist es genug. Irgendwann sollte man weitergehen. Denn man selbst hat sich verändert, ist stärker geworden.

Sieht so meine „Lösung“ aus?

Eine richtige Lösung habe ich nicht. Außer dieser, dass Veränderungen (fast immer) gut sind. Manchmal dauert es eben länger, bis man erkennt, wofür. Und wenn es für den Umstand ist, dass so Platz für neue Menschen in Deinem Leben ensteht. Ein Gedanke, der es für mich, im wahrsten Sinne, erträglich macht und mich auf eine Antwort hoffen lässt. Oder wie der gemeine Kölner zu sagen pflegt: „Et hätt noch immer jot jejange!“

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