Mode, Trend

AUF DEM SCHIRM // Runde Taschen

Dass es in der Mode um vieles, nur nicht (immer) um Praktikabilität geht, ist hier wahrscheinlich jedem klar. Schön muss sie (im Auge des Betrachters) sein, die Mode in all ihren Erscheinungsformen, und einen manchmal auch von fremden Ländern träumen lassen. Doch vor allem sollte sie unsere Sinne berauschen. Und das passiert gerade bei mir zunehmend mit runden Taschen. Wenn ich überlege, wie viele kreisrunde Gegenstände ich tagtäglich mit mir rumschleppe, fallen mir genau keine ein. Ziemlich sinnvoll erscheint es demnach nicht, sich ein eben so rundes Exemplar über die Schulter zu werfen. Schließlich dürfte nicht mal ein Buch darin Platz finden. Aber schön sind sie dennoch! Und somit ist hier für meinen Teil jedwede Legitimation gegeben, der es bedarf, um von diesen hübschen Handtaschen zu schwärmen. Ganz besonders haben es mir diese zauberhaften Modelle angetan: Weiterlesen

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Mode, Trend

MODE / Pyjama oder Verschlafen

Der Wecker klingelt. Nach einigen Griffen ins Leere ist endlich die Snooze-Taste gedrückt und man kann sich nochmal rum drehen. Doch ehe man sich versieht, ist der Zeiger auch schon eine halbe Stunde weitergewandert. Wieder ein Morgen, an dem man zu spät aus den Federn kommt und die Zeit zum Anziehen knapp wird. Wer kennt das nicht? Doch Abhilfe scheint nahe. Denn dieser Tage ist es kein Schrecken mehr, sich im Pyjama auf der Straße wiederzufinden. Ganz im Gegenteil. Der Pyjama ist auch auf der Straße tragbar geworden.

In Zukunft können wir uns demnach also die Zeit zum Anziehen sparen und gleich im Pyjama aus dem Haus, ja? Geht es nach Dolce & Gabbana, Stine Goya oder auch Alexander McQueen, lautet die Antwort eindeutig „Ja“. Denn diese Labels feiern diesen Sommer eine riesige Pyjama-Party. Egal ob im floralen Muster, ganz klassisch aus Seide und Satin oder mit weiter Palazzo-Hose. Man muss sich aktuell nicht mehr zwischen Tag- und Nachtbekleidung entscheiden. Die Grenzen sind fließend.

Verfolgt man die Wurzeln des Pyjamas wird schnell klar, dass dieses Kleidungsstück ursprünglich keineswegs für’s Schlafzimmer gedacht war. Das Wort stammt aus dem Persischen und bezeichnet eine leichte Hose, die am Bund mit einer Schnur gehalten wird. Besonders beliebt und gern getragen in Indien. Nach Europa gelangte diese Art der Beinbekleidung zum ersten Mal Mitte des 17. Jahrhunderts durch die britischen Kolonialherren. Doch nach einer kurzen Welle der Begeisterung geriet der Pyjama wieder in Vergessenheit. Als sich Ende des 19. Jahrhunderts der Handel zwischen England und Indien wieder verstärkte, bekam das Beinkleid eine zweite Chance in Europa. Und es dauerte nicht lang, da hatte er das bis dato übliche Nachthemd des Mannes abgelöst. Zu den leichten Hosen trug man fortan ein hemdartiges Oberteil. Bei den Frauen setzte sich der Strand-Pyjama als leichte Bekleidung für den Aufenthalt am Meer in den 1930er Jahren durch.

Und im Jahr 2016? Da heißt es also: Back to the roots! Denn von nun an bestreiten wir den Alltag im Pyjama. Warum auch nicht? Schließlich ermöglicht er ein sowohl modisches als auch unkompliziertes Einkleiden. Und zugleich ist einem die Möglichkeit geboten, sich morgens guten Gewissens nochmal rumdrehen zu können. Angezogen ist man ja schließlich schon!

Bilder v.l.n.r via Stine Goya, Vogue und Vogue Paris
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Mode, Trend

TREND / Die neue (alte) Bomberjacke

Launen kommen und gehen. (Mode)Trends sind heute en vogue und morgen schon wieder passé. Umso wichtiger erscheint es, sich darüber im Klaren zu sein, was man mag und was einem steht. Um nicht wie ein aufgescheuchtes Huhn jeder Trenderscheinung hinterher laufen zu müssen, sondern vielmehr zu wissen, wer oder was der eigene Stil ist. Ich bin von dieser Destination, die soviel Ruhe und Unaufgeregtheit verspricht, gefühlt noch fünfeinhalb Meter Kleiderschrank entfernt. Leider. Sicherlich gibt es eine Vielzahl an Kleidungsstücken (dazu gerne an anderer Stelle mehr), zu denen ich immer wieder greife. Und gewisse Silhouetten mag ich an mir lieber als andere. Aber manchmal steht alles Kopf. Dann weiß ich auf einmal überhaupt nicht mehr, wo ich modisch stehe, und trage nur noch Kraut und Rüben am Körper. Aber vielleicht ist das ja auch ein Stil?! Ich hoffe es inständig.
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Mode, Trend

Trend / Gucci Loafer oder Entdecke den Spießer in dir

 

Seit der neue Designer Alessandro Michele das kreative Zepter bei Gucci übernommen hat, ist das angestaubte Image der italienischen Traditionsmarke ad acta gelegt und das Label wieder in aller Munde. Mit seinen aufregenden, schrillen und bunten Outfits bringt der Modeschöpfer nicht nur gute Laune und frischen Wind mit sich, sondern sorgt auch dafür, dass man sich wieder mehr hinter die Ohren schreibt, den ganzen Modezirkus, und dabei vor allem sich selbst, nicht zu ernst zu nehmen. Vorbei sind die Zeiten des (skandinavischen) Minimalismus und des monochromen Understatement. „Mehr ist mehr“, lautet die Devise! Patches, Schluppen, Gold und Silber, bunte Strumpfhosen. Erlaubt ist alles, was Spaß macht. Denn der steht hier eindeutig im Mittelpunkt. Der Kombinationslust sind dabei absolut keine Grenzen gesetzt. Und mutig sein! Eine willkommene Abwechslung, die ich mir ehrlich zu Herzen nehmen möchte.

Mit dem plötzlichen Wieder-Aufploppen von Gucci am Modehorizont ist nicht nur Raketen-gute-Modelaune zurück, sonder auch ein kleiner, feiner klassicher Begleiter, der in der Streetstyle-Blogger-Instagram-Welt präsenter ist denn je: Der Gucci Horsebit Loafer! Der bitte was? Na, dieses spießige Ding namens Halbschuh mit Tresenspange. Vor geraumer Zeit hätte ich sicherlich noch felsenfest behauptet, diesen Trend für viel zu bieder zu erachten. „Nicht meins. Danke!“ Doch ich muss zugeben, dass ich mich still und heimlich davon habe infizieren lassen. Man sollte niemals nie sagen. Ich weiß. Schon gar nicht, wenn es um das doch meist temporäre Geschmacksempfinden geht. Und Alessandro Michele ist schuld. Il mio amico!
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Stil, Trend

Trend / Latzhose

Der Anlass, aus dem ich mich mit dem Thema Latzhose beschäftigt habe, ist ganz und gar kein modischer. Denn auf meiner Kleideragenda der letzten Tage stand ganz einfach eines: Hauptsache PRAKTISCH. Gut, bequem und zum ordentlich Dreckigmachen sollte es auch noch sein. Denn, der ein oder andere von euch hat es vielleicht auf Instagram schon mitbekommen: Ich renoviere! Dieser Umstand bringt nun unvermeidlich mit sich, dass meine Bude im absoluten Chaos versinkt. Überall steht Zeug herum, wo es nicht hin gehört. An gefühlt jeder zweiten Ecke musste noch etwas geschraubt, gepinselt, gehämmert oder auch montiert werden, als dann besagte Latzhose ins Spiel kam. Schnell sind Schraubenzieher, Zollstock & Co. im Latz verstaut und auch die farbverschmierten Finger dürfen zwischendurch gerne am Hintern abgewischt werden. Meine Latzhose ist nämlich aus robusten Denim, so wie dem Ursprung nach vorgesehen, und, salopp formuliert, nicht zum schönen Anschauen da. Aber warum, kam es mir dann plötzlich zwischen dem Abkleben von Fußleisten und Abkratzen von äußerst lästiger Raufasertapete?

Denn, ist es nicht so, dass die Latzhose – bislang als Arbeitskleidung verschrien oder meist auch kleinen Kindern vorbehalten – dieser Tage salonfähig geworden ist? Schaut man sich diverse Lookbooks, die Onlineshops von Topshop, asos etc. oder auch namenhafte Modeblogs an, wird schnell klar: Aber sowas von. Die reizenden Mädels Sarah und Nike von This is Jane Wayne wissen längst, wo der Hase lang läuft, und haben hier und hier schon das ein oder andere Outfit in besagter Montur online gestellt. Und ich muss sagen, es gefällt. Etwas burschikos und knabenhaft, dazu eine Prise Jugendlichkeit & ein Hauch von alles, vor allem sich selber, nicht so ernst nehmen!

Ich gebe zu, zu den praktischen Vorteilen der Latzhose beim Wohnungsumbau gesellt sich der unpraktische Umstand, sich auf bestimmten Örtlichkeiten aus dem Ding wieder herausschälen zu müssen. Oder aber sich bei der Grillparty im Park halbnackt in den Büschen wiederzufinden. Doch es gibt Schlimmeres, meiner Meinung nach!

Aller Voraussicht nach wird es mir wohl immer ein Rätsel bleiben, warum man sich in bestimmten Zeiten in gewissen Kleidungsstücken wohl fühlt und in manchen eben nicht. Aber gut. Vielleicht sollen einige Dinge ihren unergründlichen Zauber auch einfach behalten. Mir soll’s recht sein.

Was sagt ihr zum Trend Latzhose? Macht ihr mit oder lieber nicht?

Bilder im Header v.l.n.r.: Urban Outfitters / Zara / asos

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Outfit, Trend

Neu dabei / Faux Fur Coat

Manchmal glaube ich in der Tat an Fügung. An modische Fügung. Denn völlig unverhofft bin ich über diese tolle Faux Fur Jacke gestolpert. Die, weil einfach unfassbares Schnäppchen, direkt eingetütet wurde. Und dabei war ich mir bis vor Kurzem noch nicht mal sicher, ob mir das überhaupt so wirklich gefällt (wie ihr hier lesen könnt). Aber auch das ist eben manchmal so. Und jetzt bin ich völlig entzückt von diesem Prachtstück. Denn es ist nicht nur herrlich warm, sondern auch noch mit das Kuscheligste, was ich je besessen habe.

Mit solch einem Teddy als neuem Begleiter kann man den Winter noch ein bisschen ertragen.

Jacke: passport / Schuhe: Nike / Shirt: Second Hand

P.S. Und ja, an diesem Tag war es genau so grau, kalt und ungemütlich, wie es aussieht.

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Trend

Advanced Style / Frei von allen Zwängen

Wofür ich das World Wide Web liebe, ist die Tatsache, dass man innerhalb eines Klicks auf der anderen Seite der Welt sein kann. Nach ein, zwei weiteren Klicks manchmal sogar in einer bis dato fremden Welt. Sprich, wohin man bei der täglichen Pirsch im Netz einstweilen getrieben wird, ist erfahrungsgemäß ungewiss. Und so kam es, dass ich vor geraumer Zeit, nach gefühlten 37 Klicks, auf Iris Apfel gestoßen bin. Diese modische ältere Dame war mir nicht gänzlich unbekannt, aber so wirklich wusste ich nicht, wer sie ist. Bei der näheren Recherche über besagte Lady – ich finde sie nämlich absolut wahnsinnig, und das meine ich im positiven Sinne-, gelangte ich wiederum auf den Blog Advanced Style von Ari Seth Cohen. Ein Street Style Blog aus Amerika. Klingt bis hierher nicht bemerkenswert, ist er aber.

Zu sehen sind dort Fotos von stylischen, selbstbewussten, zum Teil äußerst extravagant gekleideten Menschen, was auch bis hierhin für einen Street Style Blog aus New York nicht ungewöhnlich scheint, wie ich gerne zugebe. Doch der entscheidende Punkt liegt wie so oft im Detail. Diese Damen und Herren sind nämlich alt, um es gerad heraus zu sagen und dieses ungeliebte Wort zu verwenden. Oder lebensklüger und eines fortgeschritteneren Alters, um es etwas diplomatischer und politisch korrekt auszudrücken. Aber jetzt mal im Ernst. Auch wenn ich oft nicht verstehen kann, warum um dieses Thema immer solch ein Theater gemacht wird, ist der allgemeine Tonus doch ein anderer. Alt sein ist nicht chic. Und auch das Älterwerden ist nicht wirklich angesagt. Gerade in der Mode sind ältere Menschen, bzw. solche, die älter aussehen, nahezu nicht existent. Dumm nur, dass wir es alle werden.

Umso schöner finde ich es, dass Ari Seth Cohen sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Menschen aufzuspüren und seine Fotografien in seinem Blog mit uns zu teilen. Hier wird einem nämlich auf schöne Weise vor Augen geführt, wie umwerfend man im Alter aussehen kann. Und dass das Älterwerden nicht damit einhergehen muss, seinen Stil und Sinn für Mode aufzugeben. Ganz im Gegenteil. Diese Menschen wissen, wer sie sind, und was sie gerne tragen. Sie sehen Mode als ein Ausdrucksmittel ihrer Persönlichkeit und ihres eigenen Stils. Ungeachtet dessen, was andere darüber denken mögen. Über alle Maße inspirierend und absolut nachahmenswert.

Neben dem bereits erschienenen Buch kommt nun die Dokumentation heraus.

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Trend

Sommer, Sonne, Latschenzeit!

Wonach sich viele geschundene Füße schon so lange sehnen, ist endlich en vouge. Der bevorstehende Sommer will zwar hier in Köln noch nicht so richtig in Gang kommen. Doch das nimmt mir in keinster Weise auch nur den Hauch der Freude, die dicken Hosen und Pullis endlich in die hinterste Ecke des Schrankes schieben zu können. Grund dafür sind meine Sommerschlappen.

Die kann ich nämlich jetzt schon tragen, auch wenn das Wetter hier und da noch etwas launisch ist. Anfänglich skeptisch, weil mein silbernes Paar von River Island zunächst lediglich als Ersatz herhalten sollte – meine erste Liebe galt den so schnell ausverkauften ERIEs von Vagabond–, möchte ich mir nun kein Leben mehr ohne sie vorstellen.

Der Trend, der sich dieses Sommers nun vollends durchgesetzt hat, ist einfach nur fabelhaft. Dabei ist die Auswahl an hübschen Modellen schier überwältigend, wenn auch nicht immer bezahlbar. Diese kleine Kollektion an Schlappen würde ich alle so tragen:

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