Kultur, Kunst, Lesen, Musik

HERBST // Empfehlungen fürs gemütliche Zuhausebleiben

Wenn es einen unumstrittenen Vorteil dieser leider meist nasskalten Jahreszeit gibt, dann den, dass man wieder mehr drinnnen machen kann. Und zwar guten Gewissens. Somit gibt es an dieser Stelle drei heiße Empfehlungen fürs gemütliche Zuhausebleiben sowie einen Indoor-Programmpunkt für alle Kölner und Umländer. Also, Wasser für Tee aufgesetzt und los geht das… Weiterlesen

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Leben, Lesen, Mode, Musik

Ist mein Gehirn ohne mich in die Sommerferien gefahren? …aka: Ein kleines aber feines Update samt Outfits von zwischendurch

Jeder, der schon mal versucht hat, auf Knopfdruck kreativ zu sein, hat sehr wahrscheinlich sehr schnell festgestellt, dass das meist nach hinten los geht. Richtig problematisch wird es dann, wenn es dein Job ist, kreativ zu sein. Was da im Moment bei mir los ist, kann ich schwer sagen. Von Zeit zu Zeit schiebe ich es aufs Wetter, aufs Sommerloch oder andere willkommene Ausreden, die mehr oder weniger gelegen um die Ecke lugen. Doch Fakt ist: Bei mir geht gefühlt derzeit wenig bis gar nichts. So, als ob mein Gehirn in die Sommerferien gefahren wäre und vergessen hätte, mich mitzunehmen. An dieser Stelle bleibt mir demnach nichts anderes übrig, als alle kreative Energie, die noch verbleibt, zu bündeln, um die wichtigsten To-dos abzuhaken. Doch was dabei definitiv auf der Strecke bleibt, ist ganz klar der Content für diesen Blog. Auch wenn ich gefühlt jeden Tag drei neue Ideen für Blogposts habe, scheitert es gerade kläglich an der Umsetzung. Dabei hatte ich mir so so fest vorgenommen, hier wieder regelmäßig, sprich mindestens einmal pro Woche, einen Post online zu stellen. Tja, aber da machste nix, außer durchatmen, zuversichtlich bleiben und auf euer Verständnis hoffen. Richtig? Somit gibt es an dieser Stelle ein kleines Update meinerseits mit ein paar Outfits, Musik, Literatur sowie Neuzugängen von zwischendurch in der Hoffnung, dass sich mein Oberstübchen ganz schnell zurück zum Dienst meldet. Ich geb‘ mein Bestes, versprochen! Weiterlesen

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Lesen

Lesetipp / "New York" von Lily Brett

New York, die Stadt, die niemals schläft, wie man gerne sagt. Doch so abgenutzt einem diese Floskel auch manchmal erscheinen mag, die Faszination, die für mich von dieser Metropole ausgeht, ist niemals abgegriffen. Ich kann zwar nicht genau sagen, ob es an der architektonischen Wucht, der kulturellen Vielfalt oder doch eher an den scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten liegt. Aber vielleicht muss man nicht immer alles verstehen oder gar erklären können.

Was ich mit Bestimmtheit sagen kann, ist, dass unter anderem sicherlich die Serie Sex and the City ihren Teil dazu beigetragen hat. Schließlich war das während meiner Jugend (ich weiß, wie schrecklich das klingt) DER TV-Termin der Woche, der konsequent mit einer handvoll Mädels zelebriert wurde. Kaum zu glauben, dass man damals zu festen Zeiten Serien im Fernsehen geschaut hat. Und nicht Stunden damit zubrachte, bei Netflix oder dergleichen ganze Staffeln gleich in einem Rutsch durch zu suchten. Das kam dann, als ich alle sechs Staffeln auf DVD zu Weihnachten geschenkt bekam. Es war der helle Wahnsinn. Bis Silvester habe ich die Wohnung nicht mehr verlassen und mit meiner Freundin und damaligen Mitbewohnerin alle Folgen doppelt und dreifach geschaut. Aber ich schweife ab. Denn ich will hier von Lily Bretts Buch „New York“ erzählen.

„New York fehlt mir jedes Mal, wenn ich wegfahre. Oft fehlt mir New York schon, bevor ich fahre.“

Aufgrund der Tatsache, dass allein der Gedanke an den Big Appel stets für ein Kribbeln im Bauch sorgt, und ich leider nicht alle Naselang auf Stippvisite vorbei schauen kann, verleitet es mich immer wieder dazu, gedanklich über den großen Teich zu reisen und einen, sagen wir, analog-virtuellen Spaziergang rund um den Central Park & Co. zu beschreiten. Und wie kann man das am besten tun? Genau! Mit Lesen! Demnach ist es nicht verwunderlich, dass ich immer wieder zu Büchern greife, die sich in irgendeiner Form um New York drehen.

„Es fällt uns schwer, Dinge zu sagen, die anderen eine Freude machen könnten, ganz zu schweigen von Dingen, die sie verletzen oder verunsichern könnten. Ich habe dich so gern, ist schwer zu sagen. Ich wäre gern mit dir befreundet, bleibt uns im Hals stecken, wenn wir älter als zehn Jahre sind.“

So geschah es, dass Lily Bretts New York auf meiner Leseliste landete und kurzum mit in den Kurzurlaub kam. Dieses kleine aber feine Buch liest sich im Grund in einem Abwasch und sorgte bei mir durchweg für Erheiterung. Genau das Richtige für die erste Tasse Kaffee am Morgen, wenn das Gerhirn noch nicht für die Aufnahme komplexer Zusammenhänge bereit ist, sondern sich vielmehr für eine dezente Berieselung dankbar zeigt.

Die Autorin lebt seit vielen Jahren in New York City. Geboren wurde sie 1946 in Deutschland, wo ihre Eltern, nachdem sie Ausschwitz überlebt hatten, sich unverhofft in einem Durchgangslager wieder trafen. Wenige Jahre nach Lillys Geburt wanderte die Familie nach Australien aus. Später zog sie von Melbourne nach NYC.

Das Buch fasst mehrere Kurzgeschichten zusammen, in denen Lily Brett ihren Alltag in New York beschreibt. Persönlich, unprätentiös, humorvoll, nachdenklich, schnörkellos und ohne Umschweife.

„Ich mag Silvester nicht. Ich mag den Gedanken an pompöse Enden nicht. Oder den an pompöse Anfänge. So etwas macht mich nervös. Ich komme mir dann immer vor, als müsste ich große Gedanken und Worte und Vorsätze bemühen statt der normalen Flotillen kleiner Übereinkommen und Unternehmungen.“

Und genau aus diesem Grund hatte sie mich im Grunde nach der ersten Seite. Über den Zeitraum von einem Jahr erschienen diese Texte in der Wochenzeitung Die Zeit. Dabei zeichnet Brett nicht nur ein Porträt ihrer selbst, sondern zugleich eines der Stadt und vermittelt ein unverblümtes New Yorker Lebensgefühl. Ich habe neue Blickwinkel gewonnen und diese pulsierende Stadt ein stückweit mehr ins Herz geschlossen. Wer also ähnlich vernarrt ist, dem empfehle ich diese kurzweilige Lektüre wärmstens!

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Lesen

Lesetipp / "Was ich liebte" von Siri Hustvedt

Die Liste der Bücher, die ich noch lesen möchte, ist lang. Ellenlang, um genau zu sein. Und die Zeit zum Lesen ist, selbstredend, stets zu knapp. Klar. Irgendwas gibt es schließlich immer zu tun. Und wenn man mal einen Moment hat, um die Beine hoch zu legen, hat man den Kopf nicht frei oder ist so müde, dass man spätestens nach der Lektüre der dritten Seite eingeschlafen ist. Möp. So trägt es sich bei mir in der Regel zu. Aufgrund dessen wurden bereits diverse Pläne ausgetüftelt, um die Lesezeit zu optimieren und somit besagte Liste Stück für Stück abzuarbeiten. Doch Pustekuchen. Sie wird länger und länger, anstatt ihren Umfang zu reduzieren. Ist ja auch irgendwie logisch. Mit neu gewonnenem Wissen und Erfahrungen wächst die Neugierde und auch der (Bücher-)Horizont. Ihr versteht schon, was ich meine. Oder?
Von dem Gedanken, sich irgendwann entspannt zurücklehnen zu können ob der Tatsache, dass man endlich alle Bücher geschafft hat, sollte man sich also lieber früher als später verabschieden. Das wäre ja auch schrecklich, ehrlich gesagt. Ich habe mich getrost damit angefreundet, dass auf ein gelesenes Buch im Schnitt drei neue zu lesende hinzu kommen. Immerhin ein Garant dafür, dass es nicht langweilig wird und dass das Bücherregal immer wieder aufs Neue sortiert und arrangiert werden kann! Auch schön.

Was ich liebte von Siri Hustvedt ist eines der Bücher, das schon lange auf meiner Liste stand. Jetzt habe ich es endlich gelesen!
Handlungsort ist New York City, genauer gesagt Soho, im Jahr 1975. Das Gerüst der Handlung bilden zwei befreundete, übereinander wohnende New Yorker Familien. Da hätten wir auf der einen Seite Leo und Erica, die Intellektuellenfamilie. Er Kunsthistoriker, sie Anglistin. Leo ist der Erzähler und schildert aus der Rückschau, 25 Jahre später, dem Leser die Vorkommnisse. Auf der anderen Seite ist da Bill, der Maler, mit seiner Frau Lucille, der Dichterin. Die Künstlerfamilie. Das Leben beider greift im Laufe der Handlung immer mehr ineinander, verflechtet und bedingt sich zunehmend. Beide repräsentieren das intellektuelle Künstlermilieu Manhattans.

Was vielleicht auf den ersten Blick nicht nach dem spannendsten Plot aller Zeiten klingt, ist es letztlich doch. Denn, ebenso vielschichtig wie das Leben sind auch die Geschehnisse dieses Romans. In Was ich liebte geht es um den Kummer des Lebens, um Lebensnöte, um Liebe, Sex, Trennung, Kinder, Tod, Freundschaft, Verzweiflung, Drogen, Verbrechen, die Kunst und die Rolle des Künstlers im eigenen Kunstwerk. Schlussendlich um die alles umfassende Frage: Wer bin ich? Und wie bin ich dazu geworden? Durch die Menschen, die ich geliebt habe!?

Neben den Ereignissen dieses Romans, die einen wahrlich anrühren und zum Nachdenken anstoßen, ist dieses Buch ein großer Lesegenuss aufgrund der erzählerischen Begabung der Autorin. Siri Hustvedt ist eine Wortkünstlerin sondergleichen, die es mit einer Leichtigkeit und Subtilität, mit einer Schlichtheit in ihrer Sprache versteht, die existentiellen Gefühle eines Jeden diskret auf den Punkt zu bringen. Keine Sensationsgier, keine Effekthascherei. Nur klare, schnörkellose Worte, die keiner Erklärung bedürfen. Was ich liebte ist ein schlauer Roman mit hohem Identifikationspotenzial & ein wahrer Lesetipp!

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Kultur, Lesen

Lesetipp / "Angezogen" von Barbara Vinken

Museumsbauer sind ganz schön ausgebuffte Schlingel. Das ist bekannt. Denn wie so häufig führte mich mein Weg nach dem Besuch einer Ausstellung, in diesem Fall der Schau Mario Testino: In Your Face in Berlin, direkt durch den Museumsshop. Und wenn man schon mal da ist, kann man natürlich auch ein kleines Ründchen drehen. Aber sicher. Der Zufall wollte es dann natürlich so, dass ich beim Stöbern über das Buch Angezogen von Barbara Vinken stolperte, welches kurzum eingetütet wurde. Schließlich geht es dabei um Mode. Genauer gesagt, um die Kulturgeschichte der Mode. Die Literaturwissenschaftlerin aus München versteht es, die Sprache der Mode zu dechiffrieren und zeigt, dass dieses oft als oberflächlich verschriene Phänomen Tiefgang besitzt.

Dass ich ein Buch mit dem Bleistift in der Hand gelesen habe, um wichtige Stellen unterstreichen oder gegebenenfalls Randnotizen machen zu können, ist ne ganze Weile her. Da bin ich vermutlich noch zur Uni gegangen. Aber das ist ein anderes Thema. Was ich damit sagen will ist, dass Barbara Vinken in ihrem Buch viele lehrreiche Sätze formuliert, die man sich unbedingt merken möchte, da sie Aufschluss über das eigene Modeverhalten geben, welches man im (Mode)Alltag als gegeben annimmt und nicht weiter hinterfragt. Die Professorin mit Lehrstuhl an der Uni München stellt diese Fragen und geht ihnen fundiert auf den Grund. Warum zeigt die Frau von heute so viel Bein? Und warum tragen Frauen gerne hohe Absätze?

Absätze waren ursprünglich Männersache. Sie kommen aus der persischen Kriegsmode und hatten einen ausschließlich funktionalen Sinn. Diese gewährleisteten nämlich, dass der Krieger hoch zu Ross auch dann einen sicheren Stand im Steigbügel hatte, wenn er reitender Weise mit Pfeil und Bogen schießen musste. Von dort aus sind die Absätze an den französischen Hof gewandert, wo sie nach wie vor den Herren der Schöpfung vorbehalten waren. Mit roter Sohle übrigens. Wie heute die berühmten und all zu oft angeschmachteten Louboutins. Und bis dato waren es auch die Männer, die viel Bein zeigten und Strumpfhosen trugen. „Extravagante Kleidung, die ins Auge sticht, war Zeichen von Macht und Privileg.“ Weibliche Mode zeichnete sich durch Schamhaftigkeit aus. Sie sollte den Körper verschleiern und verstecken.

Im Zuge der Französischen Revolution wurde die Mode der Männer dann immer funktionaler. Sie war nicht mehr vordergründig Ausdruck von Individualität, sondern sollte vielmehr zur Eingliederung ins Kollektiv dienen. Und das tut sie bis heute. Stichwort: Anzug. Mode wurde somit zunehmend zum Frauenthema. Ja es geht mittlerweile soweit, dass das Modische und das Weibliche Synonym geworden sind.

Heute inszenieren Frauen ihre Weiblichkeit. Sie zeigen mit Verve und Lust viel Bein, eben genau das, was sie immer verstecken mussten. Durch das Tragen von Absätze wird indirekt das ursprünglich aggressive kriegerische Moment betont und bewusst zur Schau gestellt. Denn im wahrsten Sinne des Wortes hebt es die Person hervor.

Angezogen von Barbara Vinken behandelt das Phänomen Mode tiefgründig, zeitweilig beinahe philosophisch und ist dabei durchweg lehrreich. Eine absolute Leseempfehlung. Ich werde es mit Sicherheit ein weiteres Mal tun.

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Lesen

Lesetipp / "Musenküsse – Die täglichen Rituale berühmter Künstler"

Klein aber oho. So könnte man dieses kleine Buch mit dem Titel „Musenküsse – Die täglichen Rituale berühmter Künstler“ bezeichnen. Darin beschreibt Mason Currey in unterhaltsamen Miniaturen die Routinen und Alltagsstrategien von 88 berühmten Menschen von Franz Kafka über Francis Bacon bis hin zu Woody Allen und Haruki Murakami.  

Die Entstehungshistorie dieses kleinen Prachtstücks könnte passender nicht sein. Es war an einem Sonntag, als Mason Currey eigentlich an einem Artikel hätte arbeiten müssen. Montag war Abgabeschluss. Aber wie das so häufig ist (ich kenne dieses Gefühl leider nur zu gut), war die Motivation klein und die Frage größer, ob wohl auch andere (berühmte) Schriftsteller und Künstler hin und wieder mit Motivationsproblemen und dergleichen zu kämpfen hatten. Gefragt, getan. Bei seinen Recherchen stieß Currey dann auf so viele herrliche Anekdoten, dass er kurzerhand das Blog Daily Routines ins Leben rief.  Dieses wurde dann im Laufe der Zeit so erfolgreich, dass es nun als Buch verlegt wurde.

Jean-Paul Sartre

Wahrlich ein großer, bezaubernder Lesespaß, der spannende und vor allem amüsante Einblicke in den Alltag dieser Kunstschaffenden gewährt und dabei zugleich eine beruhigende Wirkung hat. Denn eines wird bei der Lektüre nur allzu deutlich. Auch berühmte Künstler haben Zweifel und kreative Durststrecken erlitten. Und wie hätte ich sonst je davon erfahren sollen, dass auch der Komponist Igor Strawinski (1882-1971) bei kreativer Flaute einen Kopfstand bevorzugte und dessen erfrischende Kraft sehr schätze?

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Lesen, Stil

Lesetipp / Die Königin des guten Geschmacks Betty Halbreich

Im New Yorker Luxuskaufhaus Bergdorf Goodman auf der 5th Avenue, welches die wohl edelsten, hochwertigsten und exklusivsten Designerkleider überhaupt beherbergt, ist sie Zuhause und kennt dort jedes Stück. Betty Halbreich. „Wie alte Verwandte erscheinen mir am Ende jeder Saison die Designerteile“, heißt es in ihrer soeben erschienenen Autobiographie I’ll Drink to That. Seit nun 38 Jahren arbeitet Betty in diesem Eldorado der Superlative als Personal Shopper der Berühmten, Reichen und Mächtigen. Zu ihrem Kundenstamm gehören unter anderem Hollywoodgrößen wie Meryl Streep, Glenn Close und Sarah Jessica Parker. Und für die TV-Serien Sex and the City und Gossip Girl war sie maßgeblich an der Entwicklung der Signatur-Looks beteiligt. Lena Dunham, die erfolgreiche Schöpferin der HBO-Serie Girls und im Moment mit ihrem erst kürzlich erschienenen Buch Not That Kind Of Girl in aller Munde, möchte Betty Halbreichs Memoiren verfilmen. Ans Aufhören verschwendet die heute 86-Jährige keinen Gedanken und ist somit wahrscheinlich eine der ältesten Stilberaterinen der Welt.

Das Geheimnis ihres Erfolgs liegt in ihrem unumstößlichen Stilbewusstsein, ihrer Aufrichtigkeit und ihrem Vermögen, genau zu zuhören. Sieht etwas entsetzlich aus, sagt sie, dass es entsetzlich aussieht. Egal, wer da gerade in welchem Designerfummel vor ihr steht. Denn so sehr sie die Mode auch liebt, ist sie in erster Linie von den Menschen fasziniert, die darin stecken. Und da macht sie keine Unterschiede. Sind die Hüllen im wahrsten Sinne erstmal gefallen, werden wir alle verletzlich und beginnen, unsere Geschichte zu erzählen. Und Betty hört zu. Somit avancierte sie nicht nur in Modefrage zur Beratungsstelle schlechthin. Sondern spricht vom Floristen bis hin zum Designeroutfit ihre Empfehlungen bis heute aus. Ihre Autobiographie ist ein wahrliches Lesevergnügen, das interessante Einblicke in ihr Leben und ihre Arbeit in den Garderobenräumen des Bergdorf Goodman bietet.

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Lesen

Neu dabei / Lieblingsstücke im Juli

Ich liebe Flohmärkte. Schon immer. Und ich könnte tatsächlich beinahe jedes Wochenende damit verbringen und wäre glücklich. Das Schöne daran ist, dass man nicht weiß, was einen erwartet. Und obwohl man nichts Bestimmtes sucht, wird man meist fündig. Die Freude ist dann umso größer. Schnapper dieses Sonntags ist die weiße Bluse von Promode. Weiße Blusen gehen zu fast allem und immer. Davon kann man also nicht genug im Schrank haben.

Das hellblaue Oberteil habe ich im Sale bei Weekday erstanden. So kann es kommen, wenn man nach der Arbeit eigentlich nur schnell einen kurzen Blick auf die schönen Stücke werfen möchte. Zack, man geht um ein geschmeidiges Teil reicher nach Hause. Ebenso erging es mir mit der Sonnenbrille, die ist von Urban Outfitters. Schließlich ist immer noch Sommer.

Der Lesestoff des Monats Juli ist Kapital von John Lanchester. Schauplatz dieser rasanten Erzählung ist die Pepys Road, eine kleine Straße im Süden Londons, zur Zeit der Finanzkrise. Dem Leser bieten sich unvegessliche Einblicke hinter die Fassaden dieser Straße, die prall gefüllt ist mit so vielschichtigen Charakteren und Schicksalen. Multiperspektivischer wie die Stadt. Schnelllebig wie der Lebensrhythmus Londons. Bei manchen Büchern ist es so, dass sie mich von der ersten Seite an mitnehmen. So auch diesem Fall.

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Lesen

Bücher im Juni

Der Lesestoff für Juni…

Jostein Gaarder – Das Orangenmädchen
Diesen Autor habe ich zugegebenermaßen bislang immer nur mit Sophies Welt in Verbindung gebracht. Aber wie so häufig lohnt der Blick über den Tellerrand. Auch bei diesem Schmankerl des norwegischen Schriftstellers handelt es sich strenggenommen um ein Jugendbuch, welches sich jedoch ebenso hervorragend für größere Menschen eignet. Es geht um Georg und seinen früh verstorbenen Vater. Darüber hinaus, wie sollte es auch anders sein, um die große Liebe. Eine Ode an das Leben und an das Glück. 

John Green – Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Die oft so reißerisch formulierten Klappentexte sind in der Regel übertrieben und für den Leser wenig glaubwürdig. Logisch, denn die Verlage wollen ihre Bücher natürlich bestmöglich verkaufen. Doch in diesem Fall machen einem diese Zeilen tatsächlich nichts vor. Trotz der bedrückenden Thematik ist die Geschichte über Hazel und Augustus äußerst erheiternd, dabei jedoch nicht albern oder unangemessen. Gleichzeitig brachte sie mich dazu, das ein oder andere Tränchen zu verdrücken. Große Emotionen haben eben genau diesen Effekt bei mir. Und dann besonders, wenn sie auch noch so schön geschrieben sind wie in Das Schicksal ist ein mieser Verräter. „Während er las, verliebte ich mich in ihn, so wie man in den Schlaf gleitet: langsam zuerst und dann rettungslos.“ Auch wenn es hier mal wieder um das ewige Motiv der Liebe geht, ist es in dem Sinne erfrischend, weil Green in seinem Roman das Thema Krebs nicht so sperrig behandelt wie etwaige Werke. Er stellt es vielmehr als das dar, was es ist, als das Leben und holt es somit ein kleines Stückchen aus der Tabuecke in unsere Realität.

F. Schott Fitzgerald – Der große Gatsby 
Die Liste der Bücher, die ich alle noch lesen möchte, ist lang. Vor allem die der Klassiker. Das Merkwürdige daran ist, und das möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen, sie wird trotz konsequenten Abarbeitens nicht kürzer. Der große Gatsby hat schon lange ein Plätzchen darauf für sich in Beschlag genommen. Um so mehr freue ich mich, dass es nun endlich ein Exemplar des 1925 veröffentlichten Romans auf den Bücherstapel neben meinem Bett geschafft hat. Zugegeben, die Verfilmung habe ich bereits gesehen. Doch das ist mittlerweile ausreichend lange her, dass ich bedenkenlos und unbescholten mit der Lektüre loslegen kann. 

Siri Hustvedt – Der Sommer ohne Männer
Siri Hustvedt ist nicht nur selbst eine äußerst talentierte Schriftstellerin, sie ist auch noch mit dem begnadeten Romancier Paul Auster verheiratet, dessen Bücher ich einfach nur großartig finde. (Darüber wird es hier sicherlich auch noch zu lesen geben.) Aber jetzt geht es erstmal um sie. Der Sommer ohne Männer ist das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe, und es hat mich direkt überzeugt. Hustvedt macht eines der ältesten und banalsten Geschichten zum Inhalt ihres Romans. Eine Frau mittleren Alters wird von ihrem Mann verlassen. Na klar, für eine jüngere. Klingt bis hierher weder berauschend noch bahnbrechend. Ich weiß. Doch dadurch, dass es die intelligente Siri Hustvedt ist, die hier schreibt, unterhält dieser eher typische Plot eines Frauenroman niveauvoll und mit Tiefgang. Auch der Tatsache geschuldet, dass die Autorin mit autobiographischen Suggestionen nicht spart und dabei überraschend entspannt bleibt. Eine absolute Leseempfehlung.

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Kultur, Lesen

ZeitMagazin geht online

Es gibt eine erfreuliche Nachricht. Das ZeitMagazin hat seit gestern ein neues eigenes Zuhause. Ja, tatsächlich hatte diese schöne Erscheinung bislang keinen adäquaten Repräsentanten im weltweiten Netz. Somit ist die Freud umso größer.

Das Magazin, welches jede Woche der ZEIT beiliegt, behandelt ausgewählte Themen wie Gesellschaft, Mode, Design, Lifestyle und Genuss. In der Online-Version werden diese nun um digitale Inhalte erweitert. Neben spannenden Artikel, üppigen Bildgalerien, Kolumnen und und und erwarten uns darüberhinaus zudem faszinierende Interviews, wie aktuell das mit Karl Lagerfeld. Absolut lesenswert!

Screenshots via ZeitMagazin
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